Wirkstoff in Sicht


RSV-Infektionen bald behandelbar?
Wirkstoff in Sicht
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Säuglinge sind besonders stark von RSV betroffen

Auch in diesem Jahr grassiert wieder RSV, das Respiratorische Synzytial-Virus. Ein Medikament gegen das Virus existiert bisher nicht – doch nun wurde ein möglicher Wirkstoff identifiziert.

Viele Krankenhausaufnahmen bei Kleinkindern

Jedes Jahr im Winter laufen Erkrankungswellen von RSV-Infektionen durch das Land. Krank werden vor allem Kleinkinder und Säuglinge. RSV-Infektionen führen zu Fieber, Husten und einer Entzündung der Atemwege. Dabei entzünden sich auch die Luftwege in der Lunge, die Bronchien und Bronchiolen. Die Folge ist dann in schweren Fällen eine Atemnot. Bei etwa jedem Hundertsten Kind verläuft die Infektion so schwer, dass das eine Behandlung im Krankenhaus nötig ist.

Impfung für Erwachsene möglich

Ein wirksames Medikament gegen RSV gibt es bisher nicht. Immerhin steht seit 2023 ein Impfstoff für Erwachsene zur Verfügung. Denn zum einen können auch über 65-jährige schwer erkranken – zum anderen schützt die Impfung einer Schwangeren auch das Neugeborene. Denn die Antikörper, welche die Mutter nach der Impfung bildet, werden im Mutterleib auf das Kind übertragen. Die ersten Lebensmonate ist ein Neugeborenes dann vor der Erkrankung geschützt. Eine allgemeine Empfehlung zur RSV-Impfung gibt es noch nicht, sie wird derzeit in der STIKO (Ständigen Impfkommission) diskutiert.

Vielversprechender Wirkstoff entdeckt

Fortschritte macht aber auch die Entwicklung eines Medikaments. Das meldet ein Gemeinschaftsprojekt von Forschenden der Medizinischen Hochschule Hannover und des Helmholtz-Zentrums für Infektionskrankheiten aus Braunschweig. In dem Projekt wurde eine große Anzahl von Wirkstoffen erprobt. Die Forschenden haben dafür auf eine Datenbank mit bekannten Wirkstoffen zugegriffen und im Labor geprüft, welche davon gegen RSV wirken. Ein Match ergab sich dabei mit dem Wirkstoff Lonafarnib. Dieser wird bisher gegen eine äußerst seltene Erbkrankheit eingesetzt. Nun zeigte sich, das Lonafarnib an RSV bindet und so verhindert, dass das Virus in menschliche Zellen eindringt.

Offene Fragen bleiben

Unklar ist, auf welchem Weg das Medikament verabreicht werden kann. Im Tierversuch war die wirksame Dosis in einer Tablette so hoch, dass Nebenwirkungen zu erwarten sind. Als Alternative lässt sich der Wirkstoff über eine Inhalation verabreichen. Ob damit die gewünschte Wirkung erzielt wird, ist noch unklar. Lonafarnib bleibt damit ein vielversprechender Kandidat für die Behandlung einer RSV-Infektion. Weitere Forschung ist nun nötig, um aus dem Kandidaten ein wirksames Medikament herzustellen.

Quelle: Kinderärzte im Netz

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